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Red Lights without escape
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Beitrag #1
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Red Lights without escape
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Gestern, 22:05
(Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: Gestern 22:07 von Ascan.)
Beitrag #2
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RE: Red Lights without escape
Einstieg
Schon in dem Moment in dem Ascan aus dem schwarzen Kleinbus mit den getönten Scheiben sprang und die massiven Sohlen seiner Kampfstiefel auf verregneten Asphalt trafen, hätte er am liebsten wieder kehrt gemacht. Warum zum Dhunhd musste ausgerechnet er den Fahrservice spielen? Konnte Fritz das nicht alleine machen? Dem alten Doggen ging doch sowieso einer ab, sobald er brav den Botengänger mimen durfte. Aber nein, statt sich auf die nächste Eignungsprüfung zum Soldaten vorzubereiten, hing er hier fest. Mitten auf dem Flughafen an der Stadtgrenze zu Caldwell. Und worauf wartete er? Genau. Auf noch ein paar Menschen, die sich innerhalb der einen Woche in der er mit Kahlan unterwegs gewesen war um ihre Bruder-Schwester-Bindung ein bisschen aufzupeppen, nicht ohnehin schon sprunghaft auf dem Anwesen vermehrt hatten. Fuck off. Da war man mal sechs Tage nicht da und schon herrschte zuhause ne neue Weltordnung. Ascan stockte. Zuhause? Scheiße, daran hatte er sich auch nach knappen 7 Monaten noch nicht gewöhnt. Nicht, nachdem er quasi sein ganzes Leben lang auf sich allein gestellt gewesen war. Ob nun im ständigen Kampf gegen seine gestörte Mutter, oder später inmitten der Outlaws. Für jedes Quentchen Frieden hatte er bluten müssen. Dementsprechend unrealistisch fühlte sich jetzt alles Gute an, das ihm einfach in den Schoß fiel. Angefangen bei einem Bett das er nicht verteidigen musste, bis hin zu einem simplen Apfel den er sich einfach vom Tisch nehmen konnte, ohne darum feilschen zu müssen. Wenn man also mal darüber nachdachte, war es absolut lächerlich wie sehr es Ascan zeitgleich anpisste, dass ausgerechnet Vishous ihm die Aufnahme an die Front so schwer machte. Aber so war es halt. Es kotzte den Vampir tierisch an dabei zuzusehen, wie ein Rekrut nach dem anderen an ihm vorbeizog, nur weil ER nicht gewillt war SEIN beschissenes Leben im Ernstfall in die Hände von irgendeinem Schwachmaten zu legen, dessen einzige praktische Erfahrung aus blauen Trainingsmatten bestand. Fuck! Knurrend fuhr Ace sich durch das blauschwarze Haar. Nach zwei Fehlversuchen hatte er keinen Schimmer mehr WAS genau sein Vater eigentlich bei dieser Prüfung von ihm sehen wollte. Denn eins stand mal fest. Keiner der Brüder würde sich Kampfbefehle von jemandem aufs Auge drücken lassen, den er nicht für fähig genug hielt. Warum zur Hölle sollte er das dann also tun? Weil er jünger war? Weil er relativ neu im Programm war? Weil er den Krieg nicht kannte? Scheiße, an dieser Schule vor ein paar Monaten war ER es gewesen, der den Karren letzten Endes aus dem Dreck gezogen hatte und da hatte er vertraut. Blind. Weil es gar nicht anders ging. Aber das war SEINE Entscheidung gewesen. Sein eigenes, ganz bewusstes Risiko. Wäre er dabei draufgegangen, shit happens. Dann wär es eben so gewesen. Aber Ascan sah nicht ein, auf Kommando nach links oder rechts zu gehen, obwohl ihn die Tretmine da vielleicht schon anlächelte. Er brauchte einen Partner, der auf seiner Welle schwamm. Wie Anabhys damals. Obwohl sie sich nicht kannten, hatten sie gemeinsam funktioniert wie ein gottverdammtes Uhrwerk. Und taten es noch. Aber für die Prüfung half ihm das herzlich wenig. Ana hockte schon längst im aktiven Dienst, während er eine Extrarunde nach der anderen drehte. Erst als hinter ihm die Tür des Busses geschlossen wurde und Fritz in seinem Augenwinkel auftauchte, drängte Ascan diesen ganzen Dreck zurück, der ihn Tagsüber kaum ein Auge zumachen ließ. „Die Herrschaften sollten die Einreisekontrolle unterdessen passiert haben“, verkündete der Doggen mit leicht bleierner Stimme, während er die Hände Diener-like hinter dem Rücken verschränkt hielt. Wie einen so ein Dasein so dermaßen glücklich machen konnte, würde Ascan auch nie verstehen. Auf der anderen Seite … wollte er die ganze Zeit mit den Hanseln des Managements quatschen, damit alles glatt lief? Bestimmt nicht. „Hat Vishous gesagt, wo genau wir sie einsam…“ Ohne Vorwarnung erklang ein helles Kreischen aus dem Inneren der Flughalle. Ascans Kopf ruckte alarmiert herum und sein heller Blick stach durch die deckenhohe Glasfront, während da drin von jetzt auf gleich inmitten einer Traube vorpubertärer Girlies hektisches Chaos ausbrach. Was zum Teufel …? „Das sollten sie sein.“ Mit unverkennbar fröhlichem Tonfall setzte Fritz sich unter dem verwirrten Ausdruck des Vampirs in Bewegung, und Ascan? Möge ihn der Blitz beim scheißen treffen, aber der ehemalige Outlaw folgte dem Alten wie an einer Führleine. Gemeinsam passierten sie die zur Seite gleitenden Türen, ließen den nächtlichen Wind hinter sich, der bereits den nächsten Regenschauer ankündigte und tauchten in eine hell erleuchtete Welt voller aufpeitschender weiblicher Pheromone. Holy Shit! Was ging denn hier? Eine ganze Meute junger Mädels in sündhaft kurzen Miniröcken, Grundschülerinnen-Strumpfhosen und tonnenweise kitschbuntem Nippes an jeder Tasche, drängte einer Gruppe Asiaten entgegen die offenkundig von der Gepäckausgabe kam. Namen wurde geschrien, Plüschies gewedelt und Tränendrüsen sinnlos vergewaltigt. Ohne Scheiß, von Null auf Hundert kapierte er, warum Fritz nicht alleine fahren sollte. Und noch viel mehr, wieso keiner dieser Verräter zuhause freiwillig die Hand für den Job gehoben hatte! Ascan blieb mit dem Doggen in der Nähe des Eingangs stehen und beobachtete das Spektakel aufmerksam. Abgeschirmt wurden die Typen nämlich von ein paar Anzugträgern, die definitiv nicht menschlich waren und als hätten sie den Gipfel der Absurditäten damit noch nicht erreicht, passierte in der nächsten Sekunde das undenkbare. Mitten in dem Tumult kämpfte sich der mit Abstand heißeste Kerl an die Spitze seiner Kameraden, den Ace je zu Gesicht bekommen hatte. Statt genervt von dem Überschuss an weiblicher Aufdringlichkeit, zierte seine vollen Lippen ein smartes Lächeln. Locker und entspannt. Ascans Verstand klinkte einfach aus. Sein bombensicheres Betriebssystem schmierte gnadenlos ab, bis nur noch ein Gedanke … ein Gefühl … eine unerschütterliche Wahrheit jeden Winkel seiner Existenz brüllend ausfüllte. „Mein ..“ Ein raues, dunkles Knurren, das im Lärm der Halle unterging. Ascan wankte unter der Gewalt, mit der seine vampirische Natur über ihn herein brach, ohne sich nur einen Millimeter zu bewegen. Sein Blick fixierte den Menschen, wodurch er das leuchtende Lächeln in Fritz‘ faltigem Gesicht gar nicht registrierte. Den hemmungslosen Griff von einem der Mädchen dafür umso deutlicher! Sie langte zielsicher an dem offensichtlichen Security vorbei der gerade mit einem anderen Brandherd beschäftigt war, ihre Finger verkrallten sich im Shirt seines Menschen und sie riss ihn sichtlich in ihre Richtung. Das wars. Denken? Fehlanzeige. Mitten im belebten Flughafen löste Ascan sich in seine Moleküle auf und nahm direkt neben dem Gör wieder Gestalt an. Dieses Mal grollte sein Knurren über den Geräuschpegel hinweg und seine Rechte schloss sich eisenhart um ihr zartes Handgelenk. „Loslassen“, forderte er kalt. Sein diamantfarbener Blick ein einziger scharfkantiger Gletscher. „Sofort!“ Ausnahmslos jedem in seinem Umkreis war der Schock über sein plötzliches Erscheinen ins Gesicht geschrieben. Handys, die eben noch auf die Musiker in seinem Rücken gerichtet waren, fingen jetzt zweifelsfrei ihn ein. Doch das einzige das Ascan interessierte war, dass die Kleine tatsächlich schlagartig losließ und mit großen Augen versuchte Abstand zu gewinnen. Was das Biest in ihm nicht sofort zuließ. Stattdessen neigte er ihr den Oberkörper bedrohlich entgegen. Seine Fänge pulsierten tief in seinem Kiefer. „Mach das nie wieder“, knurrte er düster. Ihm war scheißegal ob sie nur ein kleines Mädchen war. Wagte sie sich so eine Scheiße nochmal, ruderte sie in Zukunft einarmig. |
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