.Between Nightmares and Passion.
Vivi
Der Name den meine leibliche Mutter mir gab, lautet Hongjoong, Sohn des Taehran. Er bedeutet in etwa „das Zentrum der weiten Welt zu sein“. Zwar habe ich sie nie richtig kennengelernt, aber allein dieser Name verrät die Liebe, die sie für mich empfunden hat und an die sich ein tiefsitzender Teil von mir zu erinnern glaubt. Mein Bruder nennt mich oft liebevoll Joongie. Wenn er mich aber ärgern will, fallen seit meiner Wandlung auch so special creations wie Mini-Hong. Sehr witzig.
Zur Welt kam ich am 21. Juni 2052. Offiziell gelte ich aber als Zwillingsbruder von San, womit wir unseren ‚gemeinsamen‘ Geburtstag am 10. Juli zusammen feiern. Ob nun also offiziell oder real, ich bin aktuell 26 Jahre alt.
Wie mein Bruder, wurde ich in San Francisco geboren. Nachdem es dort aber zu gefährlich wurde, zogen wir ins Herzstück der Vampirgesellschaft. Caldwell, New York. Zu dem Zeitpunkt waren wir beide 6 Jahre alt, weswegen ich mich nur mäßig an Frisco erinnere.
Das ist ein schwieriges Thema für mich. Als ältester Sohn meines Vaters - der im Rat der Glymera sitzt - hätte mir schon längst eine Vampirin versprochen sein sollen. Aber da niemand wusste ob ich überhaupt durch die Wandlung gehen würde und es für uns alle katastrophale Folgen hätte, sollte jemals rauskommen WAS ich wirklich bin, bin ich nach wie vor Single. Wenn auch seit ein paar Monaten genauso heiß begehrt bei den ungebundenen Vampirinnen der Glymera wie mein Bruder. Das mein Herz dann ausgerechnet bei dem medialen Pfeilgardisten Hyunjin Kim anfängt verrückt zu spielen, wird mein Leben völlig auf den Kopf stellen.
Männlich
Mein Vater ist ein Vampir von starker Blutlinie. Meine leibliche Mutter war eine Mediale. Eine Abtrünnige, mit mächtigen Fähigkeiten im Bereich der Medizin. Das macht mich automatisch zu einem Mischling, der weder etwas in der Glymera zu suchen hat, noch jemals hätte existieren dürfen, wenn man nach dem kalten Denken der Medialen geht.
Rekrut der Bruderschaft der Black Dagger.
1,79 m | 68 kg | Haare: dunkler Ansatz, der meine natürliche Farbe zeigt. Der Rest ist seit ca. zwei Monaten leuchtend rot gefärbt | Augen: rosegold (von meinem Vater geerbt). Setze ich meine medialen Kräfte ein, färben sie sich jedoch komplett schwarz, was - sagen wir mal - saumäßig auffällig ist! | Körperbau: dynamisch, athletisch und trainiert, aber bei weitem nicht so massig wie die anderen Rekruten (das Erbe meiner Mutter). Leider ist das bei einem Vampir mit meiner Abstammung schon auffällig. Vor allem wenn man Sannie daneben setzt | Ausstrahlung: aufgeschlossen, freundlich und in den meisten Fällen souverän, würde ich sagen. Ich bin selbstbewusst und zeige das auch. Im Gegensatz zu meinem Bruder hängt mir aber eine unterschwellige Distanziertheit an, die man schnell falsch verstehen kann. Spätestens wenn es tiefer geht, fang ich an zu mauern und dann bekommt mein Gesicht lesbare Untertitel. Leider | Merkmale: seit ein paar Tagen trage ich mehrere Piercings, die dem ein oder anderen Snob in unseren Reihen sauer aufstoßen. Fun Fact, unser Vater gehört auch dazu. Ehrlich gesagt dachte ich, dass mich das bei der Wahl einer passenden Partie bei vielen Familien aus dem Rennen kegelt, nachdem die Anfragen plötzlich durch die Decke geschossen sind. Aber ob das wirklich fruchtet? Warten wir es ab. In Zahlen sind es jedenfalls 2 Ringe in der Unterlippe (mittig und linker Mundwinkel), 4 Stecker/Ringe im rechten Ohr und 5 im linken. Generell trage ich viel Schmuck (Ringe, Halsketten, Zierketten am Hosenbund) | Kleidung: da bin ich wandlungsfähig, je nach Situation. Für Veranstaltungen besitze ich natürlich maßgeschneiderte Anzüge. Im Alltag bin ich eher einfach unterwegs. Jeans, Shirts, Pullis, Sneakers oder Boots. Aber die schwarz-weiße Biker Lederjacke, die San mir nach meiner überstandenen Wandlung geschenkt hat, ist fast immer dabei. Das Ding hüte ich wie einen Schatz. Den Siegelring meiner Familie besitze ich dagegen zwar, trage ihn allerdings nur zu öffentlichen Anlässen, oder wenn ich mal wieder das dämliche Gefühl habe nirgendwo dazuzugehören
Seit der Transition umgibt mich ein distanziertes und gleichzeitig kraftvolles Duftbild. Eine massive Dosis von zerkratztem, schwarzem Pfeffer und biotechnologisch hergestelltem Akigalaholz verleiht mir eine stechende, fast schon sterile und metallische Note, die so sauber, präzise und unnahbar wirkt wie das kalte Wesen der Medialen. Darunter aber brennen tiefes, dunkles Holz und Weihrauch, wie eine in Leder gehüllte, physische Präsenz des nächtlichen Vampirs.
aufgeschlossen | neugierig auf Neues | wann immer möglich, vorurteilsfrei | ehrgeizig | freundlich | hilfsbereit | intelligent | aufmerksam | selbstbewusst | mutig | lern- und kritikfähig | gnadenloser Denker (San beschwert sich oft, dass man kaum längerfristige Geheimnisse vor mir haben kann) | radikal, wenn es um den Schutz meiner Familie und mir selbst geht | souverän, auch in schwierigen Situationen | verschwiegen | Improvisationstalent | technikbegabt | ausgebildeter Kämpfer | ich vertrage das Sonnenlicht, auch wenn es unangenehm in den Augen und auf der Haut brennt und mich geistig anstrengt | außerdem besitze ich sowohl vampirische, wie auch mediale Fähigkeiten | auf geistiger Ebene bin ich durch meine vampirische Abstammung und stetiges Training sehr widerstandsfähig
Angst davor entdeckt zu werden und damit nicht nur mir, sondern auch meiner Familie zu schaden | distanziert – trotz aller positiven Eigenschaften, achte ich darauf niemanden zu nah ranzulassen | Gefühl der Zerrissenheit, das hin und wieder hochschwemmt und mich an allem zweifeln lässt | im Herzen oft unsicher | manchmal einsam | körperlich schwächer als die anderen Vampire (was ich mit eisernem Training versuche auszugleichen) | zu wenig Wissen über die Medialen an sich (vieles scheint nicht öffentlich zugänglich zu sein) | geistiger Verfall – seit meiner Wandlung scheint meine geistige Kapazität immer weiter abzunehmen, obwohl meine medialen Fähigkeiten sogar stärker geworden sind | ich kann mich nicht materialisieren | um überleben zu können, bin ich auf das geistige Netz meiner Familie angewiesen | der Verbrauch meiner geistigen Kräfte, steigert simultan meinen Blutdurst | im Laufe der Jahre habe ich mich vielleicht etwas zu stark an San gebunden, wodurch es mir schwer fallen wird ihn sein eigenes Leben leben zu lassen
Sport und Kampftraining | Technik aller Art | Motorrad fahren (bestenfalls mit San zusammen) | generell Zeit mit meinem Bruder zu verbringen | Rappen und singen (gerade fange ich an mich mit Composing zu befassen) | kalte Winternächte (ich weiß auch nicht warum, aber in ihnen fühlt sich alles etwas leichter an) | Medizin/Anatomie
Drohungen oder Gewalt gegen meine Familie | Lesser | Angst haben zu müssen, nur weil ich bin was ich bin | das Gefühl der Kraftlosigkeit und Leere, wenn meine Fähigkeiten wieder zu viel Kraft fordern | die Engstirnigkeit der Glymera | Vorurteile generell (auch wenn ich selber in dem Punkt auch kein Heiliger bin) |
Englisch | Koreanisch | alte Sprache der Vampire | ich kenne mich im Umgang mit Dolchen und Schusswaffen aus, beherrsche diverse Nahkampftechniken und besitze feldmedizinische Kenntnisse, die in Verbindung mit meinen medialen Kräften überaus praktisch im Einsatz wären. Nur müsste ich dafür mit offenen Karten spielen | ansonsten kenne ich mich in technischen Dingen ziemlich gut aus | darüber hinaus habe ich ein gutes Gespür für Musik und beschäftige mich mit dem komponieren und produzieren
Vampir: mentale Tricks, wie Schlösser knacken, Kerzen entzünden oder Technische Geräte im Umkreis mehrerer Meter zu stören. Erinnerungsmanipulation versuche ich gerade zu meistern | Medialer: Hauptdesignation = Medizin (M) [Skalenwert unbekannt]. In meinem Fall Schmerzkontrolle – ich bin in der Lage sowohl bei mir, als auch bei anderen akuten Schmerz zu blockieren und die Ursache dessen zu sehen, selbst wenn das Problem innerhalb des Körpers liegt. Heilen kann ich die Ursache allerdings nicht. Eine Wunde z.B. blutet weiter, bis der Körper an Blutverlust oder Erschöpfung kollabiert, selbst wenn die betroffene Person nichts mehr davon spürt. Warum das Ganze trotzdem nützlich ist? Ganz einfach. Im Kampf z.B. könnte diese Fähigkeit dafür sorgen, dass der Verletzte beweglich und ruhig bleibt bzw. transportiert und ohne große Belastung notbehandelt werden kann. In der Medizin selbst wären die Einsatzmöglichkeiten noch um einiges vielfältiger. Aber dieser Nutzen hat auch seinen Preis. Der unterdrückte Schmerz löst sich leider nicht in Luft auf. Er bündelt sich und fällt in dem Moment als Echo auf mich zurück, in dem ich die Blockade wieder löse. In meiner Kindheit hat mein Geist einen mentalen Abwehrschild dagegen geformt, der den meisten Schaden von mir fernhält. Dabei spüre ich in der Regel ein deutliches Hämmern hinter den Schläfen, sobald der Rückstoß auf den Schild aufprallt. Ist das Echo zu stark, kann es den Schild allerdings durchdringen und mich in gedämpfter Form direkt treffen. Das verursacht realen Schmerz, der sowohl mein Gehirn wie auch die entsprechenden Körperstellen betrifft. Die Verletzungen übertragen sich dabei nicht. Extrem gefährlich wird es aber, wenn das Echo so gewaltig wäre, dass es meinen Schild zerstört. [Dann greift entweder die instinktive Schilderzeugung, die Hongjoong durch die immense Belastung in einen Koma ähnlichen Zustand befördert, in dem er sich dank der extremen vampirischen Heilungskräfte erholen kann, ODER er würde an den Folgen massiver Hirnverletzungen und dem klassischen Burnout der Medialen sterben]. Aktuell habe ich ohnehin Probleme die Blockade überhaupt über einen längeren Zeitraum aufrecht zu erhalten, ohne das ich Anfange aus Ohren und Nase zu bluten. [Wie jeder Mediale, der seine gesamte Kraft verpulvert hat, trifft auch ihn am Limit die mentale Erschöpfung und er bleibt komplett schutzlos ohne Bewusstsein zurück] ~~ Unterdesignation = Telepathie (TP) [Skalenwert unbekannt]. Bislang habe ich keine bewusste Ahnung, das ich sie besitze. Im Hintergrund hilft sie mir aber zum Beispiel die mentale Verbindung zu meiner Familie zu halten, Biofeedback zu ziehen oder es besonders bei San innerhalb des Nets zu bemerken, wenn bei ihm irgendwas nicht stimmt. ~~ Schmerzleiter - Bewusst eingesetzt, wird mich diese Kraft zukünftig vor den fatalen Rückwärtswellen meiner Hauptdesignation schützen, indem ich lerne, den Schmerz, den ich blockiere und der eigentlich auf mich zurückfällt, auf eine dritte Person oder meine Umwelt umzulenken. Das reduziert nicht nur meine eigene Belastung, sondern macht aus der unterstützenden M-Fähigkeit eine waschechte Waffe im Kampf. ~~ [Schild: Hongjoongs mentaler Schild unterscheidet sich von dem aller anderen Medialen, denn er wurde aus dem reinen Überlebensinstinkt eines wilden Tieres (Vampirs) mit Hilfe von unverfälschtem Schmerz erzeugt. Er ist äußerst widerstandsfähig und besitzt die Eigenschaften eines Kämpfers. Je stärker Hongjoong in einer mentalen Auseinandersetzung in Bedrängnis gerät, desto massiver wird er. Im Grunde reagiert der Schild also auf den psychischen Zustand seines Trägers. Das Problem ist, dass er nicht nur alles abwehrt, sondern auch nur unter starker Kraftanstrengung etwas nach außen lässt. Dadurch verbraucht Hongjoong bei Einsatz seiner Designation sehr viel mehr mentale Kraft, als normalerweise notwendig. Er muss erst lernen diesen Schild willentlich zu senken und andere Schilde bewusst und nach seinen Wünschen zu erschaffen.
Familiäres Net: dabei handelt es sich - im Gegensatz zum unendlich weiten Medialnet - um ein geschlossenes, intimes Ökosystem. Die Verbindungen zwischen den Sternen (Mitgliedern des Net's) sind keine klassischen weißen Lichtfäden, sondern erinnern an Adern aus pulsierendem, flüssigem roten Licht. Sie transportieren nicht nur Gedanken, sondern pure Emotionen, Schutzinstinkte und die tiefe, genetische Verbundenheit der Vampire. Da neben ihm selbst nur Vampire in diesem Net sind, zapft Hongjoong nicht ihren telepathischen Verstand an (wie das bei Medialen der Fall wäre), sondern direkt die Kraft ihrer instinktgesteuerten Seelen. Umgeben ist das Net von einer schützenden, schattenhaften Barriere, die es perfekt verborgen hält (ähnlich wie ein Mhis) | Sterne: Hongjoong = scharlachrot mit silbrigweißen Reflexen. (das tiefe Rot im Zentrum seines Geistes zeigt, dass sein mediales Erbe von der vampirischen Urkraft dominiert wird. Die silbrigweißen Reflexe manifestieren das mediale Erbe, das wie kühle, scharfkantige Kristalle durch das scharlachrote Glühen bricht. Es symbolisiert den telepathischen Verstand, die kognitive Präzision und die Barrieren, die er mental errichten kann ~~ San = tiefes, glühendes Bronze mit bernsteinfarbenem Kern (Bronze wirkt schwer, metallisch und absolut unzerstörbar. Es glänzt stolz, ohne arrogant zu sein, während der warme, bernsteinfarbene Kern im Inneren ruhig und gleichmäßig pulsiert. Für Hongjoong strahlt diese Farbe pure Sicherheit und Erdung aus. Als Anker bewegt sich Sans Stern nicht. Stattdessen fängt er Hongjoongs emotionale Stürme ab. Das warme Bernsteinlicht zeigt Sans tiefe Hingabe für seinen Bruder. Sein gesamtes Farbschema symbolisiert einen weichen, loyalen Kern unter einer harten, kriegerischen Schale.
Der 21. Juni 2052 war für mich der erste Tag auf dieser Erde. Gleichzeitig sollte er der letzte im Leben meiner Mutter sein. Vampirische Schwangerschaften sind schon für Frauen unserer eigenen Art schwer zu bewältigen. Für eine zierliche Mediale, die meinem Vater zufolge unter massivem geistigem Stress stand, war die Geburt schlichtweg zu viel. In einem letzten, schier übermenschlichen Akt der Zuneigung, schaffte sie es noch mich in dem kleinen Familiennetz aufzufangen, in dem ich bis heute lebe, bevor sie dem immensen Blutverlust erlag. So zumindest habe ich es von Dad erfahren, sobald ich alt genug war den grundlegenden Zusammenhang zu verstehen.
Zum Zeitpunkt meiner Geburt war Mahmen ebenfalls hochschwanger und auch bei ihr verliefen die letzten Monate alles andere als glatt, weshalb sie sogar noch nach Sans Geburt wochenlang so geschwächt war, dass sie das Bett nicht verlassen durfte. Doch statt die anfallende Arbeit mit zwei Neugeborenen allein den Doggen des Hauses aufs Auge zu drücken, kümmerte sich unser Vater in vielen Stunden selber um uns. An der Stelle muss gesagt werden, dass so ein Verhalten innerhalb der Glymera sehr selten ist. Die meisten Männer kümmern sich ausschließlich um ihre eigenen Belange, wie fortlaufenden Erfolg und Status der eigenen Blutlinie. Erziehung und Pflege der Kinder ist Frauensache. Oder eben die der Dienerschaft.
Als Baby war mir das natürlich noch nicht bewusst, aber rückblickend war dieses Verhalten vielleicht einer der Gründe, warum die Bindung unserer Familie bis heute so unerschütterlich fest ist. Dabei weiß ich ehrlich gesagt nicht mal, wie Mahmen zu meiner Mutter stand oder steht. Fragen will ich sie irgendwie auch nicht. Schon allein um keine alten Wunden aufzureißen. Denn fakt ist und bleibt, dass San und ich im Abstand von nicht einmal einem Monat zur Welt kamen. Man muss kein Genie sein um zu wissen, was das im Umkehrschluss bedeutet.
Trotzdem sind unsere Eltern seit ich denken kann ein echtes Team und Mahmen hat mir meine Abstammung auch nie vorgehalten, oder mir das Gefühl gegeben unerwünscht zu sein. Im Gegenteil. San und ich wuchsen als vollwertige Geschwister auf. Gleichberechtigt und von Mutter wie Vater geliebt. Im Familienstammbaum werde ich sogar als Erstgeborener geführt, obwohl ich nicht einmal Teil der Glymera sein dürfte. Ich glaube das sagt alles, was man wissen muss.
Die ersten Jahre lebten wir in San Francisco, abseits vom Zentrum unserer Gesellschaft. Für unseren Vater musste das seinen Sitz im Rat deutlich erschweren, aber auf diesem Weg konnten wir sehr erfolgreich verschleiern, dass San und ich nicht zusammen zur Welt kamen. Ich erinnere mich, dass ich damals sehr schnell anfing mich an meinen Bruder zu klammern. Nicht unbedingt physisch, aber mental. In unserem Familiennetz war es sein Stern, zu dem ich die meiste Nähe suchte und so ist es bis heute geblieben. Auch wenn sich das Aussehen dieses Net mit den Jahren immer etwas verändert hat. Vor allem mit einsetzen der Transition. Aber dazu kommen wir noch.
Erstmal musste ich als Kind verstehen, dass bis auf mich selbst niemand dieses mentale Gebilde unserer Familie sehen konnte. Das hat mich damals tief verwirrt und irgendwie erschüttert. Aus irgendeinem Grund dachte ich wohl bis dahin, dass San und ich auch dort miteinander spielen und interagieren würden. Und um ehrlich zu sein, könnte ich auch heute noch schwören, dass ich seinen Stern zu der Zeit oft lachen gehört habe. Aber ob das stimmt? Keine Ahnung. Rückblickend vermute ich, dass meine damals selbstverständliche Überzeugung, die anderen wären auch ganz bewusst dort, einfach an dem tiefen Gefühl der Verbundenheit lag, das die Anwesenheit ihrer Sterne erzeugte. Oder viel mehr noch immer erzeugt. Daran hat sich nämlich nie was geändert.
Aber kommen wir mal zum Punkt zurück. Nachdem es in Frisco vermehrt zu Unruhen kam, die vor allem in die mediale Richtung feuerten, beschloss unser Vater das es Zeit war nach Caldwell, in den Schoß der vampirischen Gesellschaft zurückzukehren. Auf uns wartete ein großes Haus im Nobelviertel der Stadt und von da an musste Dad zu Ratstreffen auch nicht mehr pendeln. Außerdem wurden wir nun als gesamte Familie zu feierlichen Veranstaltungen des Adels eingeladen, was mir eine völlig neue Welt eröffnete. Plötzlich waren da andere Kinder im etwa gleichen Alter und wir durften uns sogar mit ihnen verabreden. Bis zu diesem einen Tag ...
San und ich kletterten auf dem großen, alten Kirschbaum hinter unserem Haus herum, als einer der Äste plötzlich brach und mein Bruder so ungünstig fiel, dass er sich gleich Arm UND Bein brach.
Ganz ehrlich? Ich habe keinen blassen Schimmer was danach passiert ist. Sans schmerzhaftes Weinen und sein Anblick, wie er da neben diesem blöden Ast im Gras lag, muss in meinem Geist eine Schranke gebrochen haben. Plötzlich war da dieses Gefühl … diese unerschütterliche Verbindung auf einer so tiefen Ebene, als hätte ich in meinen eigenen Bruder hinein gegriffen um den Schmerz aus ihm herauszuziehen.
San hörte auf zu weinen und fing an den verletzten Arm wieder zu bewegen. Dann hob er komplett verwirrt den Blick … und bei mir ging urplötzlich Feuerwerk los.
Das war das erste Mal, das mich das Echo meiner eigenen Fähigkeit traf und ich danke der Jungfrau der Schrift, oder wem auch immer, dafür, dass ich Sans Schmerz unbewusst nur für einen kurzen Moment blockiert habe. Denn das allein reichte damals aus, um mich sofort zusammenbrechen zu lassen. Was genau dabei in meinem Kopf passiert ist, kann ich nicht einmal sagen. Ich weiß nur, das mein eigener Stern, also mein eigener Geist, seit diesem Tag von einem dunklen Schild umgeben war, in dem wilde Wogen tanzten.
~ [Einfach erklärt, hat Hongjoong der enorme Überlebensinstinkt, der tief verborgen in jedem Prätrans schlummert, das Leben gerettet. Instinktiv hat er auf die natürliche mediale Begabung zur Schilderzeugung zugegriffen, das Schmerzecho genommen und daraus einen mentalen Schild geformt, der auf diese Weise wohl nur ein einziges Mal auf der Welt existiert. Dieser Schild schützte Hongjoongs Verstand von da an zwar vor dem direkten Treffer des Echos, machte es seinen geistigen Kräften aber gleichzeitig auch schwerer nach außen zu dringen] ~
Von da an passierten diese 'Zwischenfälle' öfter. Wenn auch in kleinerem Ausmaß. Eine tiefe Schnittwunde im Finger der Doggen. Ein umgeknickter Knöchel meiner Mahmen. Ein harter Stoß irgendwelcher Gliedmaßen an Möbelstücken. Und immer fiel der Schmerz, den meine Kräfte dabei instinktiv unterdrückten auf mich zurück. Das Echo prallte dumpf auf den Schild, hämmerte gegen meine Schläfen und manchmal, wenn es stärker ausfiel, spürte ich den abgedämpften Rückstoß ganz direkt.
Das war für mich wahnsinnig anstrengend und dadurch auch die Zeit, wo unser Vater sein Schweigen über die Wahrheit meiner Gene brechen musste. Das brachte meine kleine große Welt ganz schön ins Wanken. Vor allem, weil viele meiner entstehenden Fragen auch Dad nicht beantworten konnte. Meine Mutter war zwar eine Abtrünnige gewesen und hatte versucht ihn auf ein Medialenkind so gut es ging vorzubereiten, aber in der Realität klafften trotzdem Wissenslücken so groß wie offene, kilometerweite Wunden. Und egal wie intensiv er suchte, er konnte keine anderen Medialen aufspüren, die sich vom kalten Protokoll 'Silentiums' gelöst hatten.
Kein Wunder, wenn ihr mich fragt. Denn mit meiner Abstammung, erfuhr ich mit gerade mal 8 Jahren auch von der Gefahr in der ich … nein, WIR seit meiner Geburt schwebten. Sollte der Rat der Medialen jemals Wind von meiner Existenz bekommen, wären wir alle so gut wie tot. Darin war meine Mutter während ihrer Schwangerschaft sehr deutlich geworden. Und ohne Scheiß? Das ist eine verdammt schwere Last, die man einem Kind damit auf die Schultern legt.
Von da an schränkte ich den Kontakt zu anderen stark ein, um mich nicht aus Versehen zu verraten und konzentrierte mich stattdessen darauf, diese Spontanausbrüche meiner Kräfte in den Griff zu bekommen. Ich wollte uns auf gar keinen Fall in Gefahr bringen.
San fand in der Zwischenzeit im Taekwondo seine eigene Leidenschaft und wie es das Schicksal wollte, schaffte er mir damit viele Möglichkeiten meine Kräfte zu testen, zu trainieren und meine Grenzen zu weiten. Nur die Folgen dieses Trainings gingen wir sehr schnell auf den Keks.
Entweder ich hatte danach solche Heißhungerattacken, dass mein Magen die schiere Menge und Zusammenstellung kaum aushielt, ohne sich im Rückwärtsschlingen zu versuchen, oder mir war so abgrundtief kalt, dass ich zitternd unter drei dicken Decken am Kaminfeuer saß. Von der brachialen Müdigkeit will ich gar nicht erst anfangen. Nicht selten sind mir schon im Essensrausch die Augen zugefallen und ich hab dann volle 12 bis 14 Stunden durchgepennt.
Das besserte sich alles auch nur Schrittweise mit Verstreichen der Jahre. Mein Geist wurde stärker, während der Schild der ihn schützte gleich blieb. Als wäre das Ding bei seiner Entstehung gleichzeitig eingefroren. Dadurch wurde er gefühlt aber auch nicht stabiler. Manchmal zog San sich bei seinem Training ziemlich harte Prellungen zu, schließlich war auch er nur ein Prätrans. Wenn ich dann versuchte die Blockade länger zu halten und der unterdrückte Schmerz sich mehr und mehr stapelte, konnte das dunkle Gebilde meinen Geist nicht mehr vollständig vor dem Aufprall schützen. Als müsste der Rückstoß nur genug Schmackes haben, um in Teilen doch durchzukommen.
Ein paar Mal habe ich versucht mental direkt daran 'rumzubasteln', aber jedes Mal gerieten die dunklen Wogen auf der Oberfläche in so wilde, 'abwehrende' Bewegung, das ich es lieber wieder bleiben ließ.
Vor einem Jahr kam San dann plötzlich mit seinen Zukunftsplänen um die Ecke. Er wollte Teil des Rekrutenprogramms der Bruderschaft der Black Dagger werden. Für unsere Eltern fiel diese Info praktisch aus dem Himmel, ich dagegen hatte sowas in der Richtung schon geahnt. San wollte mehr mit seinem Leben anstellen, als nur den Namen unserer Familie zu pflegen. Er wollte was bewirken. Sichtbare Spuren auf dieser Welt hinterlassen, die nichts mit Geld und Einfluss zu tun hatten. Und ich muss zugeben, er hat mich damit angesteckt.
Ich habe viele Jahre meines Lebens darauf verwendet 'unsichtbar' zu werden. Wegen mir hat sogar San nur oberflächliche Freundschaften zu Anderen gepflegt. Er sagt das wäre okay. Ich empfinde das aber nicht so. Mein Bruder hat mir zuliebe auf viel in seinem bisherigen Leben verzichtet und er hat scheiße nochmal Recht damit, dass man nicht ewig den Fußspuren anderer folgen sollte. Das trifft auf ihn genauso zu wie auf mich. Ich hielt mich immer an die Warnungen meiner Mutter. Versteckte mich. Machte mich klein, um bloß nicht entdeckt zu werden. Aber es muss auch einen anderen Weg geben mit meiner Natur, und den Gefahren die daraus resultieren, umzugehen.
Also meldete ich mich mit San zusammen an. Wir zogen ins Rekrutenhaus, weil wenn schon denn schon, aber heilige Scheiße, ich hatte keine Ahnung worauf ich mich da einließ! An jedem Morgen war ich tot. Wie zum Glück die meisten anderen Anfänger auch. Dadurch fiel es nicht weiter auf, wenn ich den kompletten Tag verschlief, um meine Batterien wieder aufzuladen. Glücklicherweise reagierten meine medialen Kräfte nicht mehr unkontrolliert, sonst wäre mit mir gar nichts mehr anzufangen gewesen. Denn Halleluja, es verging kein Tag an dem San oder ich keine Schmerzen hatten. Aber da mussten wir durch. So wie durch die Bindungen, die sich in so einer Gruppe aufbauten.
Mal wurde man zu einer Runde Billard aufgefordert. Ein andermal saß man nach dem Training mit mehreren Packungen Bier zusammen. Oder man verquatschte die Pausen. Redete, fluchte, stritt sich, lachte. Und irgendwo dazwischen fand ich tatsächlich einen ersten, echten Freund. Chan.
Wir kannten uns von mehreren Festen. Er war auch einer derjenigen, mit denen ich mich am Anfang in Caldwell ein paar mal zum spielen getroffen hatte. Aber erst im Programm wurden wir ein echtes Team, das lernte sich aufeinander zu verlassen. Bis dahin kannte ich sowas nur von meiner Familie. Etwas ähnliches jetzt mit einem Anderen zu erleben war … merkwürdig. Vor allem weil Chan die Wahrheit nicht kennt. Ist das hinterlistig? Manchmal fühlt es sich so an.
Als San dann durch seine Wandlung ging, durfte ich weder dabei sein, noch aus der Ferne über unsere Verbindung eingreifen. Warum war mir zwar klar, aber ich glaube, das war das brutalste was ich je erlebt habe. Nach all den Jahren die wir nun schon das gleiche Netz teilen, merke ich es genau wenn er Schmerzen hat. Und Scheiße, die hatte er! Aber ich hielt mich an das Verbot und flüchtete zu Chan. Allein wäre ich wahnsinnig geworden.
Das waren die längsten Stunden meines Lebens und kaum war San über den Berg, hätte mein eigener Vater mich schon erschießen müssen, um zu verhindern das ich zu ihm gehe.
Tja, und kurz darauf hab ich dann auch festgestellt, das ich nicht nur negative Zustände von meinem Bruder über das Netz wahrnehme. Zugegeben, es hat n Moment gedauert, nicht zuletzt weil mir sexuelle Erregung selber komplett fremd war, aber ja, als San dann später seine Erste Erfahrung mit einer Frau erwähnt hat, war ich absolut nicht überrascht. Wahrscheinlich hätte ich ihm auch erklären sollen warum, aber es gibt Dinge die meinem Bruder schwer fallen und dieses Thema gehört irgendwie dazu. Er redet darüber ja so schon nicht wirklich. Wie soll er dann damit klarkommen und ausblenden, dass ich jedes Mal Bescheid weiß wenn er, naja, zugange ist?
Umso überraschter war ich ehrlich gesagt, als er dann neulich die Bombe gezündet hat, sich ausgerechnet für BDSM zu interessieren. Noch dazu wollte er meine Meinung wissen, ob er mit V mal darüber reden sollte. Ausgerechnet mit V! Aber hey, warum auch nicht?
Also ganz ehrlich, spätestens DAS Gespräch hat ja wohl bewiesen, das man durchaus Geheimnisse vor mir haben kann. Alter Schwede!
Aber einen Punkt haben wir noch nicht beleuchtet. Meine eigene Wandlung. Und die war … puh.
Nach Sans Transi hatte ich zum ersten Mal wirklich Schiss, das sie bei mir nicht einsetzen würde. Immerhin schien meine mediale Seite ziemlich stark ausgeprägt zu sein. Ich hatte ja nicht einmal die typischen Vorboten, wie Unverträglichkeiten oder Lethargie. Keine Ahnung was ich hätte machen sollen, wenn es wirklich so weit gekommen wäre. Irgendwann hätte die Bruderschaft Fragen gestellt. Und alle anderen auch. Aber so weit kam es gar nicht. Zum Glück.
Dafür hat die Transition mich vollkommen unvorbereitet getroffen. Ich bin mitten im Unterricht zusammengebrochen. Rhage leitete die Stunde. Ich glaube er hat mich in mein Zimmer gebracht, während San unsere Eltern anrief. Die Vampirin die mir eigentlich helfen sollte war gerade nicht im Land, eben weil es keine Vorzeichen gegeben hatte, also improvisierte Chan. In einer komplett verrückten Aktion rief er einfach seine ältere Schwester an, um sie um Hilfe zu bitten. Und was soll ich sagen, Chiara kam tatsächlich.
Ich war zu dem Zeitpunkt kaum noch aufnahmefähig, dabei stand mir die eigentliche Eskalation erst noch bevor. San scheuchte jeden bis auf Chiara vor die Tür, sie gab mir ihr Blut, was die Wandlung endgültig in Gang brachte und ab da, verlor ich völlig die Kontrolle. Schmerzen waren mir mittlerweile nicht mehr fremd, aber DAS war jenseits von allem was man sich vorstellen kann. Nachweislich habe ich zwar nicht so einen enormen Schub hingelegt wie San, aber das ändert halt nichts daran, dass sich neben dem Knochenbau auch die inneren Organe verschieben um Platz für neue zu machen.
Die Schmerzen die dabei entstanden, waren so enorm, dass sie den Schalter meiner Selbstkontrolle komplett ausgeknipsten. Ich vermute, es waren reine Selbstschutzinstinkte, die meine medialen Fähigkeiten in der Situation wieder mit Volldampf anwarfen. Auf jeden Fall wurde mein eigenes Schmerzempfinden von null auf hundert blockiert und ich kann euch gar nicht sagen WIE erleichternd das war. Zumindest bis ich wieder klar genug denken konnte um Sans entsetzten Ausdruck zu sehen. Klar, meine Augen mussten tiefschwarz geworden sein, während eine Außenstehende bei mir am Bett saß. Ich sah noch wie er den Kopf schüttelte, dann schloss ich die Augen und drehte den Kopf von der Vampirin weg.
Mir wurde klar was San mit dieser Geste meinte. Ich durfte diesen massiven Schmerz nicht blockieren. Das Echo das unweigerlich folgen würde, wäre gigantisch. Also löste ich die Blockade. Die Wandlung kam mit voller Härte zurück, begleitet von einem mentalen Rückschlag, der zum allerersten Mal einen Riss in den Schild trieb, der mich mein Leben lang geschützt hatte.
Ab dem Punkt bekam ich Panik, vor allem als dieser Schutzreflex wieder einsetzte. Ich bekam die Kontrolle darüber einfach nicht zurück. Sobald ich in den natürlichen Prozess der Wandlung fiel, wurden die neuronalen Synapsen, die für das Schmerzempfinden zuständig waren, betäubt. Ich löste sie wieder und der Riss im Schild wurde durch den folgenden Rückschlag größer.
Da wurde mir bewusst, dass ich die Transition nicht überleben würde. Ich steckte in einem zerstörerischen Loop, dem ich nicht Herr wurde. Bis ich tief in unserem Familiennetz plötzlich diese Stimme hörte. Sie gehörte weder zu San noch zu meinen Eltern, aber sie flutete mein Innerstes schon beim ersten Klang mit einer Wehmut, die mir heiße Tränen in die Augen trieb. Es war, als würde ich sie kennen. Aus einer Zeit, in der es nur mich und sie gab. Ja verdammt, ich glaube dass das die Stimme meiner Mutter war und die sagte mir, ich solle die Dinge einfach geschehen lassen. Meine natürlichen Instinkte wüssten was zu tun war.
Und was soll ich sagen … inmitten dieses Sturms, gab der bloße Geist ihrer einstigen Existenz mir so viel Sicherheit, das ich auf sie hörte. Es gab ohnehin keine Alternativen. Noch zwei, drei Rückschläge mehr und mein Schild wäre zerstört worden. Ich mag vielleicht nicht viel über dieses Gebilde wissen, aber selbst mir war mit den Jahren bewusst geworden, dass das Ding lebenswichtig sein musste. Also hielt ich Sans Hand, während mein Körper die brutale Transformation durchmachte und sah unserem Familiennetz zu, wie es sich vor meinen Augen veränderte. Die warmen Leuchtfäden, die mich mit San und meinen Eltern verbanden, färbten sich zunehmend rot. Es sah aus, als würde frisches Blut von meinem Stern langsam zu ihren fließen.
Innerlich schloss ich bei dem verstörenden Anblick mit meinem Leben ab, aber da machte ich die Rechnung eindeutig ohne die Sturheit meiner väterlichen Gene. Irgendwann kam es, wie es kommen musste. Meine geistige Kraft war verbraucht und die Blockade löste sich von ganz allein. Danach erinnere ich mich nur noch einen kurzen, vernichtenden Augenblick bestialischen Schmerzes, der meinen Schild in einem dunklen Glasregen sprengte und mich vollständig ausknockte. Was dann passierte, keine Ahnung. Es war wie damals im Garten hinter unserem Haus. Nur das ich dieses Mal in eine komaähnliche Bewusstlosigkeit fiel, die über 24 Stunden lang anhielt.
Später erfuhr ich, dass Dad jeden Versuch, Havers einzuschalten, unterbunden hatte. Als mein Vormund durfte er das. Dagegen waren sogar die Brüder machtlos. Der Ruf den ihm das allerdings im Rekrutenhaus eingebracht hat, tut mir unendlich leid. Seitdem halten ihn die meisten für ein unsensibles Arschloch, das seinem Sohn nicht helfen wollte. Dabei war das genaue Gegenteil der Fall. Dad hatte Angst, eine Einmischung von außen würde noch mehr Schaden anrichten. Und vermutlich hatte er damit sogar Recht. Ein Hybrid wie ich, ist wie eine Wundertüte. Meine Wandlung lief save anders ab als jede normale Transition und laut Dad spürte er meine Anwesenheit irgendwie. Ich vermute, über die Verbindung im Netz.
Auf jeden Fall war alles anders, als ich wieder aufwachte. Das Netz hatte sich komplett verändert. War dunkel und mystisch geworden. Der Raum scheint jetzt unendlich weit, wird aber von nächtlichen Wänden umschlossen, die sich so ein bisschen anfühlen wie das Mhis um Havers Klinik. Ich nehme die anderen viel intensiver wahr und vor allem, ich habe nach wie vor einen Schild. Der muss neu sein, denn er sieht anders aus und ist definitiv stärker. Auch meine geistigen Kräfte scheinen einen echten Schub hingelegt zu haben, aber irgendwas stimmt seitdem nicht. Der Verbrauch dieser Kräfte strengt mich unwahrscheinlich an. Wie früher bekomme ich Heißhungerattacken, die sich dieses Mal auf nackten Blutdurst ausschlagen und wenn ich nicht aufpasse, fange ich an aus Ohren und Nase zu bluten. Generell bin ich schnell erschöpft und irgendwie ausgelaugt.
Anfangs dachte ich, das mein inneres System erstmal mit der Umstellung nach der Transi klarkommen muss, aber langsam bezweifle ich dass das das Problem ist. Es wird also höchste Zeit mit San und Dad darüber zu sprechen. Die ersten Eignungsprüfungen stehen ins Haus und ich will nicht riskieren, dass San ohne mich in die nächste Runde rutscht.
Bilder sind inspiriert von Kim Hongjoong von ATEEZ